Berichte

Jahresbericht des Präsidenten der 36. GV vom 21. Mai 2019

Sehr geehrte anwesende Genossenschafterinnen und Genossenschafter,

Sehr geehrte Gäste,

Es ist mir eine Ehre, Ihnen als Präsident der AGW einmal mehr – es ist schon das siebte Mal – berichten zu dürfen, welche Arbeit der Vorstand im Jahr 2018 geleistet hat.

Im letzten Geschäftsjahr wurden sechs ordentliche Vorstandssitzungen abgehalten. Für mich sehr erfreulich ist, dass die beiden Kollegen Lorenz Huber und Dennis Lauert, die im letzten Jahr in den Vorstand gewählt wurden, sich schnell einarbeiten konnten und nun frische Impulse in die Diskussionen einbringen.

Nebst den ordentlichen Sitzungen trafen sich Vorstandsmitglieder in kleineren Gruppen außerplanmäßig, um sich mit dem Projekt „Bau des FTTH Netzes“ zu befassen. Dreimal fanden Besprechungen/Begehungen bei anderen Kabelnetzbetreibern statt, die uns ihre Erfahrungen beim Bau eines FTTH Netzes schilderten. Dreimal traf man sich mit Signalprovidern zusammen, die Interesse haben, ihre Signale in unser zukünftiges Netz einzuspeisen. Mit drei Planungsbüros wurden Gespräche geführt, um herauszufinden, wer uns bei der Erstellung eines Masterplanes zum zukünftigen Netz am besten unterstützen könnte. Der Vorstand ist sich einig darüber, dass der Bau des zukunftsweisenden Netzes erst dann in Angriff genommen werden soll, nachdem ein Masterplan vorliegt.

 

Die Arbeit des Vorstandes hat zum Ziel, sicher zu stellen, dass die allermeisten Mitbewohner in unserer Gemeinde auch in Zukunft von einer leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur profitieren können und hoffentlich in Bälde – dank eines FTTH-Netzes – in der Lage sind, aus einer grösseren Anzahl an Signallieferanten denjenigen auszusuchen, der ihnen am besten gefallt.

Eine Daueraufgabe des Vorstandes ist es, den Bewohnern unserer Gemeinde die Vorteile unseres leistungsfähigen Netzes aufzuzeigen. Dies wurde im letzten Jahr folgendermassen umgesetzt:

Einerseits waren wir in jeder Ausgabe unserer Dorfzeitung «dä Wisidanger» mit einem Inserat präsent. Andererseits traf sich ein Teil des Vorstandes zweimal in Wallisellen bei unserem Partner und Signallieferant UPC um u.a. Themen zur gemeinsamen Vermarktung unserer Leistungen zu besprechen.

Ein weiterer Schwerpunkt der letztjährigen Marketingarbeit war die Organisation und Durchführung unseres Auftritts an der lokalen Gewerbeausstellung, die im Oktober stattgefunden hat. Der Aufwand hat sich gelohnt: Unser schön gestalteter Stand wurde beachtet, es gab viele und gute Gespräche und wir konnten am Stand sogar ein paar Besucher dazu bringen, Genossenschafter zu werden.

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Grössere Bauvorhaben gab es im letzten Geschäftsjahr nicht, was man auch aus der Jahresrechnung herauslesen kann. Was uns alle etwas überrascht hat, ist, dass die neuen Mehrfamilienhäuser im Wasserfuri von der Swisscom mit FTTH erschlossen wurden, wo doch ansonsten dieser Mitbewerber in Wiesendangen «nur» FTTS, also «Fiber to the Street» baut. Aber es macht natürlich Sinn, bei Neubauten gleich auf die «bessere» Technik zu setzen, weil ja FTTS – obwohl von der Swisscom als Ultrabreitbandnetz propagiert und von ihnen in den bestehenden, älteren Liegenschaften eingesetzt – lange nicht so leistungsfähig ist, wie unser Netz.

Im Bereich Administration stehen wir vor der Herausforderung, dass wir kundennah und zeitgemäss arbeiten und gleichzeitig die Aufwände möglichst geringhalten müssen. Wir wurden mit den Tatsachen konfrontiert, dass in unserer Gemeinde immer mehr Mieter wohnen und es somit auch häufiger Mieterwechsel gibt und dass die Liegenschaftsbesitzer die Kabelnetz-Grundgebühren nicht mehr in den Nebenkosten einrechnen wollen, da ihre Mieter evtl. kein Kabelnetz mehr wünschen.

Wir mussten reagieren und haben beschlossen, a) die Betriebskostenbeiträge direkt den Konsumenten (Abonnenten) und nicht mehr den Verwaltungen zukommen zu lassen, und b) die Gebühren quartalsweise in Rechnung zu stellen.

Beide Umstellungen konnten zum grössten Teil sehr gut umgesetzt werden und sind bei unseren Abonnenten verständnisvoll aufgenommen worden. Nur für ein paar wenige Kunden mussten wir eine sinnvolle, auf deren Bedürfnisse angepasste Lösung finden. Dass wir uns so kundenfreundlich verhalten, hat damit zu tun, dass wir uns für alle unsere Genossenschafter als Dienstleister verstehen und diesen mit Wertschätzung entgegentreten wollen.

Wie sieht es denn aus mit den Zahlen? Leider ist es immer noch so, dass wir stetig Kunden verlieren. Die höchste Anzahl an Kunden hatten wir 2010. Von da an verlieren wir stetig Kunden an unseren Mitbewerber. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass wir im Bereich der Dienste «Internet» und «Festnetz-Telefonie» in den letzten 9 Jahren laufend Kunden hinzugewonnen haben.

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Das ist aus unserer Sicht dem Umstand verdankt, dass wir diejenigen Kunden behalten und ausbauen können, die sich bewusst sind, dass wir bessere Leistungen zu besseren Preisen anbieten.

Entsprechend haben sich auch die Einnahmen entwickelt, die wir aus der Vermietung unseres Netzes an unseren Signallieferanten UPC erwirtschaften. Diese sind stetig gestiegen.

Die Einnahmen, die sich aus den Betriebskostenbeiträgen ergeben, sind rückläufig. Sie haben sich nur deshalb nur geringfügig nach unten verschoben, weil die GV 2013 beschlossen hat, die Gebühren von 15 auf 17 Franken zu erhöhen, was immer noch sensationell günstig ist.

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Der Vorstand muss sich selbstverständlich die Frage stellen, wie die Zahlen sich in Zukunft weiterentwickeln werden. Das hängt natürlich sehr stark auch mit dem Verhalten unserer Partner, Mitbewerber und Kunden ab. Wird es Veränderungen geben, nachdem UPC von Sunrise übernommen worden ist? Wird Swisscom ihr eignes FTTH Netz ausweiten? Geben sich unsere Bewohner mit dem Duopol UPC/Swisscom als Signallieferanten zufrieden oder verlangen sie nach vielleicht innovativeren Diensten von anderen Providern?

Eine absolute Unabhängigkeit von unserem Partner UPC – und damit eine Reduktion dieses „Klumpenrisikos“ – erreichen wir nur, wenn wir ein «open access» Netz bauen, also ein Netz, über das mehrere Provider ihre Signale in die Wohnungen ihrer Kunden liefern können. Das ist der riesige Vorteil eines FTTH Netzes. Um bei diesem Projekt voranzukommen, hat der Vorstand von drei Firmen Offerten eingeholt zur Erstellung eines Masterplanes. Der Auftrag wurde an die Firma R.Geissmann AG von Oberdorf, Kanton Basel-Land vergeben. Seit 50 Jahren plant und baut die R.Geissmann AG Netze in allen Technologien, inkl. FTTH.

Die Firma R.Geissmann wird für uns folgende Planungsarbeiten durchführen und Resultate liefern:

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Der Masterplan wird uns demnächst vollständig vorliegen und dann Basis für alle weiteren Arbeiten sein, die sich aus dem Projekt heraus ergeben. Es geht hierbei nicht nur um den eigentlichen Bau des Netzes, sondern auch um deren Finanzierung in Etappen, der Gewinnung von mehreren Providern und natürlich der Akquisition der ersten Kunden. Später muss dann die schrittweise Migration der heutigen Kunden vom bestehenden Netz zum neuen FTTH Netz geplant und ausgeführt werden.

 

Zum Schluss meines Jahresberichtes möchte ich einmal mehr allen Vorstandskollegen, den Revisoren, der Firma Schläpfer Radio und Television und auch der UPC herzlich danken. Ohne die aktive Mitarbeit aller genannten, könnte unsere Genossenschaft nicht funktionieren. Die sehr gute Zusammenarbeit ermöglicht es mir, positiv in die Zukunft zu schauen und motiviert die Aufgaben anzupacken, die wir uns vorgenommen haben.

Auch Ihnen, verehrte Anwesende, gebührt mein aufrichtiger Dank. Es freut mich, dass es Genossenschafter gibt, die an die GV kommen und sich diese Stunde Zeit nehmen um zu sehen und zu hören, dass es der Genossenschaft gut geht. Die auf diese Weise gezeigte Wertschätzung unserer Arbeit freut uns sehr.

 

Vielen Dank für Ihre Kommen und Ihre Aufmerksamkeit. Für allfällige Fragen stehe ich Ihnen jetzt, nach der GV oder zu jedem anderen Zeitpunkt gerne zur Verfügung.

Oskar Persano

Präsident agw-digital vernetzt

AGW Jahresrechnung 2018 GV